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Hier finden Sie Entwicklungen, Hintergründe und praxisorientierte Fachbeiträge aus der Welt von Kisling rund um unsere Kleb-, Dicht- und Vergussmassenungslösungen. Wir zeigen Anwendungen, teilen Know-how aus der Praxis und geben Einblicke, die helfen, Materialien, Prozesse und Technologien besser zu verstehen.

Nachhaltige Klebstoffe: CO₂-Reduktion durch kluge Klebstoffwahl in der Fertigung

Immer mehr Unternehmen richten ihren Fokus auf Scope-3-Emissionen, die indirekten Treibhausgase entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen wie Rohstoffherstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung.

Nach ISO 14067 müssen im Produktlebenszyklus sämtliche Treibhausgase berücksichtigt werden. Gerade in der Fertigung macht der Einsatz energiesparender Verfahren und Materialien einen grossen Teil der Scope-3-Emissionen aus. Hier setzen nachhaltige Klebstoffe an: Sie können die CO₂-Bilanz von Produkten verbessern, indem sie traditionelle energieintensive Verfahren und schwere Konstruktionselemente ersetzen. Technische Einkäufer und CSR-Verantwortliche profitieren dabei von fundierten Analysen, die belegen, dass Kleben im Lebenszyklus deutlich weniger Energie und Material verbraucht als etwa Schweissen oder Schrauben. Durch den gezielten Einsatz von emissionsarmen, REACH-konformen und PFAS-freien Klebstoffen lassen sich zusätzliche Umweltvorteile erzielen. Kisling bündelt sein Know-how in diesen Bereichen auf Seiten wie dem Kisling Klebstoff-Wiki und den Produktgruppen, um nachhaltige Lösungen zu vermitteln.

Scope-3-Emissionen: Bedeutung in der Produktion

Scope 3 umfasst alle indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Bei vielen Industriefirmen sind diese Emissionen 10 bis12 mal höher als die direkten Scope-1- und -2-Emissionen. Damit gewinnt die Wahl von Material und Verfahren in der Fertigung enorm an Bedeutung. In diesem Kontext fallen Klebstoffe meist unter „Eingekaufte Waren und Dienstleistungen“. Durch Lebenszyklusanalysen (LCA) nach ISO 14040/14067 können Unternehmen quantifizieren, wie der Klebstoffeinsatz die Ökobilanz beeinflusst. Nach ISO 14067 müssen alle Treibhausgase im Produktlebenszyklus berücksichtigt und in CO₂-Äquivalente umgerechnet werden. So betrachtet zeigen Studien, dass der Energiebedarf fürs Kleben im Vergleich zu Schweissen und Clinchen deutlich geringer ist. Das liegt vor allem an den niedrigen Verarbeitungstemperaturen und dem Wegfall energieaufwendiger Spann-, Schutz- und Nacharbeitschritte bei Klebeverbindungen.

Andererseits ist auch der Materialaspekt relevant: Klebstoffanwendungen ermöglichen leichtere Konstruktionen und reduzieren Zulieferteile. Geringeres Gewicht heisst weniger Stahlbedarf und im Betrieb geringerer Spritverbrauch, wodurch direkt CO₂-Emissionen gespart werden. Nach einer FEICA-Studie erzeugen geklebte Verbindungen mit weniger Energie einen mindestens gleich starken Halt wie geschweisste oder genietete. Dies bestätigt: Kleben ist eines der energieeffizientesten Fügeverfahren. In der Automobilindustrie etwa reduziert Kleben nicht nur Gewicht, sondern erlaubt auch neue Materialkombinationen (Magnesium, Aluminium, faserverstärkte Kunststoffe), die mit Schweissen nicht machbar wären. Entsprechend schliessen sich Kleb- und Dichtstoffe zu den Schlüsselfaktoren für klimafreundliche Produktion zusammen: Sie leisten einen Beitrag zur CO₂-Reduktion über den gesamten Lebenszyklus von Bauteilen.

  • Lebenszyklus-Energie: Klebstoffe benötigen deutlich weniger Prozessenergie als das Schweissen oder Clinchen. Studien zeigen, dass bei gewichts- und temperaturangepassten Anwendungen Kleben mit geringerem Energieeinsatz eine gleichwertige Festigkeit liefert.
  • Leichtbau und Materialeffizienz: Durch Kleben lassen sich mehrteilige Baugruppen durch leichte Sandwich- oder Verbundwerkstoffe ersetzen. Leichtere Fahrzeuge verbrauchen nachweislich weniger Kraftstoff.
  • Wartungsfreie Verbindungen: Klebstoffe schaffen dauerhafte, wasserdichte Verbindungen ohne Schrauben oder Nieten. Dadurch entfallen Nachzugsarbeiten, Korrosionsschutz- sowie Wartungszyklen. Klebverbindungen bilden «trockene» Dichtungen, die Feuchtigkeit und Erschütterungen standhalten. Dies erhöht die Lebensdauer der Baugruppe und spart über Jahre Wartungs-Emissionen ein.

Methylmethacrylat-Klebstoffe (MMA) verzichten komplett auf aufwändige Oberflächenvorbehandlung; sie verbinden Komponenten im Ein-Schritt-Verfahren. Durch Wegfall von Schweissausrüstung entfallen weitere Energieverbräuche. FEICA und Fraunhofer bestätigen, dass durch solche Klebetechnologien der CO₂-Fussabdruck vieler Produkte sinkt, Kleben und Dichten gelten damit als integrale Bausteine einer klimafreundlichen Produktion.

Emissionsarme Klebstoffe: Kennzeichnungsfrei, REACH-konform und PFAS-frei

Nachhaltige Klebstoffe gehen über Energie- und Materialeinsparung hinaus und berücksichtigen auch chemische Inhalte. Kennzeichnungsfreie Klebstoffe enthalten keine oder nur geringgefahrenhaltige Substanzen. Sie benötigen keine Gefahrenpiktogramme und keine Deklaration nach CLP/REACH. Das bedeutet konkret: Keine krebserregenden, befruchtungsgefährdenden oder hochtoxischen Stoffe, ein Beitrag zu Gesundheits- und Umweltschutz. Kisling selbst entwickelt seit Jahrzehnten bewusst kennzeichnungsfreie Kleb- und Dichtstoffe.  

Vorteile kennzeichnungsfreier Klebstoffe auf einen Blick:
- Sicherheit und Gesundheit: Weniger Hautreizungen und Allergien beim Anwender.
- Arbeitsumgebung: Geringere Ausgasung und Geruch, verbessertes Raumklima.
- Betriebsruhe: Sinkendes Unfall- und Krankheitsrisiko führt zu weniger Ausfallzeiten.
- Umwelt schonen: Reduzierte Schadstoffemissionen bei Verarbeitung und Entsorgung.

Ergänzend zu REACH/CLP achten Kunden zunehmend auf RoHS-Konformität (Elektronik) und neu auf PFAS (per- und polyfluorierte Stoffe). PFAS gelten als langlebige Schadstoffe und werden europaweit beschränkt. Kisling hält dazu eine PFAS-Konformitätserklärung bereit: Bereits enthaltene PFAS (z. B. in manchen PU-Basisstrukturen oder anaeroben Mischungen) sind dokumentiert, gleichzeitig besteht das Ziel, sämtliche Produkte PFAS-frei zu machen. Insgesamt gilt: Je weniger kritische Zusatzstoffe ein Klebstoff enthält, desto geringer ist seine Umwelt- und Gesundheitswirkung. Ein entscheidender Faktor für ein CSR-Image und zukunftsfähige Wertschöpfungsketten.

Parallel zu Sicherheitsaspekten sinkt auch der Rohstoffeinsatz. Klebstoffe können durch konsequenten Leichtbau zusätzlichen Rohstoffeinsatz vermeiden. Leimschichten sind dünn, führen zu minimaler Materialhärte und ermöglichen schlankere Bauteildimensionen. Zudem können sie mehrfachen Funktionen dienen (z. B. verkleben und abdichten zugleich), was mechanische Teile und damit Materialkosten spart. Biobasierte Klebstoffrohstoffe (nachwachsender Ursprung) senken direkt die Scope-3-Emissionen aus der Rohstoffbeschaffung. All diese Ansätze fliessen in die klimafreundliche Produktion ein, für die emissionsarme und zukunftssichere Klebstoffe immer wichtiger werden.

Praxistipps und Kisling-Produkte

Für technische Einkäufer ergeben sich aus diesen Erkenntnissen konkrete Handlungsmöglichkeiten: Setzen Sie auf Klebstofftechnologien als CO₂-Hebel in Ihrer Fertigung, etwa durch Umstieg von Schweissen auf Kleben oder Verzicht auf mechanische Befestiger. Das Portfolio von Kisling spiegelt diese Strategie wider. Kennzeichnungsfreie Anaerob-Klebstoffe (z. B. für Schraubensicherung und Dichtungen) sind herausragende Beispiele: Sie sind frei von Lösemitteln, PVC und Isocyanaten. In industriellen Anwendungen bewähren sich etwa anaerobe Kleb- und Dichtstoffe als dauerhafte, chemisch resistente Verbindungen ohne Ausgasung, die in der Wartung kaum Verschleiss zeigen. 

Interessenten finden detaillierte Informationen im Kisling Klebstoff-Wiki und in den Produktgruppen der Kisling-Webseite. Dort werden die verschiedenen Klebstoffkategorien (z. B. MMA-Struktur-, Epoxid- oder Cyanacrylatklebstoffe) erläutert – viele davon sind für energieeffiziente, nachhaltige Produktion konzipiert. Über 45 Jahre Zugehörigkeit zur Würth-Gruppe und internationale Zertifizierungen garantieren, dass Kisling-Produkte modernen Umweltstandards genügen. Wir stellen sicher, dass Klebstoffqualität und Umweltverträglichkeit über alle Phasen vom Rohstoff bis zur Entsorgung gesichert sind. So ist Klimaschutz bei Kisling gelebte Praxis.

Vorteile im Überblick

  • Energieeinsparung in der Fertigung: Kleben verbraucht weniger Prozessenergie als Schweissen/Schrauben. Niedrigere Temperatur-Härten und entfallende Nacharbeitszyklen (z. B. Schleifen von Schweissnähten) reduzieren den Strom- und Brennstoffeinsatz deutlich.
  • Leichtbau und Materialreduktion: Klebstoffe ermöglichen Leichtbaukonstruktionen mit Mischwerkstoffen und dünneren Bauteilen. Weniger Stahl und mechanische Komponenten senken ebenfalls den CO₂-Fussabdruck.
  • Wartungsfreiheit und Haltbarkeit: Klebeverbindungen wirken wie dauerhafte Dichtungen. Sie verhindern Korrosion und vermeiden das Lösen von Schraubverbindungen. Studien zeigen: Klebstoffe gewährleisten hohe Festigkeit, gleichmässige Lastverteilung und beständigere Strukturen als Schweissnähte, was langfristig Instandhaltungsaufwand und Emissionen reduziert.
  • Emissionsarme Formulierung: Kisling-Produktentwicklung fokussiert auf REACH-konforme, kennzeichnungsfreie Klebstoffe. So entfallen gesundheits- und umweltschädliche Stoffe, was Pestizideinsatz, Abgasbelastung und gefährliche Abfälle minimiert. Gleichzeitig sind viele Systeme PFAS-frei, ein relevanter Vorteil angesichts neuer EU-Regulierungen.
  • Effizienz und Flexibilität: Modernste Klebstoffe (z. B. MMAs) erlauben schnelle Aushärtung und einfache Verarbeitung, was die Fertigung optimiert. Anders als Schweissen benötigen sie keine staubige Schutzgasumgebung oder teure Ausrüstung.

Diese Punkte untermauern: Durch die gezielte Klebstoffauswahl lassen sich nicht nur Gesundheits- und Umweltvorteile erzielen, sondern auch wirtschaftliche Effekte realisieren. Weniger Materialeinsatz und Energiebedarf verbessern die Produkt-CO₂-Bilanz – ein nicht zu unterschätzender Hebel für die Klimabilanz von Industrieunternehmen.

FAQ

  • Was sind „klimafreundliche Klebstoffe“? Das sind Klebstoffe, die in Herstellung, Verarbeitung und Anwendung besonders geringe CO₂-Emissionen verursachen. Merkmale sind etwa niedriger Energiebedarf beim Aushärten, geringes Gewicht von Verpackung und Zubehör sowie Inhaltsstoffe ohne hohe Umweltwirkung. Ihre Lebenszyklus-Kohlenstoffbilanz wird meist via ISO-14040/14067-Ökobilanz ermittelt. Ausgewählte Klebstoffe schonen nachweislich Ressourcen und reduzieren den CO₂-Fussabdruck gegenüber konventionellen Fügeverfahren.
  • Wie genau sparen Klebstoffe CO₂ in der Fertigung ein? Kleben ersetzt zumeist heisses Schweissen oder aufwändige Schraubverbindungen. Studien zeigen: Klebstoff-Fertigung benötigt deutlich weniger Energie als etwa Punktschweissen oder Laserschweissen bei gleicher Festigkeit. Zudem sind Klebverbindungen leichter, was Material- und Transport-Aufwand senkt. Auch Entfall von Nacharbeitsprozessen (wie Schleifen) spart Strom. In Summe führt dies zu geringerer CO₂-Last bei Produktion und Betrieb.
  • Sind REACH-konforme Klebstoffe wirklich emissionsärmer? REACH/CLP-Konformität garantiert vor allem, dass keine besonders gefährlichen Stoffe verwendet werden. Das hat indirekt Umwelteffekte: Wegfall toxischer Inhaltsstoffe bedeutet weniger aufwendige Sicherheitsvorkehrungen, geringere Entsorgungsaufwände und ein saubereres Fertigungsumfeld. So minimieren REACH-konforme, kennzeichnungsfreie Klebstoffe die gesundheitlichen und Umweltrisiken in der Produktion. Sie müssen zwar nicht direkt CO₂ einsparen, tragen aber zur insgesamt emissionsarmen Produktion bei, weil z. B. Hauben für Schweissrauch fehlen und Schutzsysteme entfallen.
  • Warum sind PFAS-freie Klebstoffe wichtig? PFAS sind langlebige „Forever Chemicals“, die zunehmend reguliert werden. PFAS-freie Klebstoffe verringern langfristig die Umweltbelastung und das Risiko von Kontaminationen in Produktion und Abfällen. Kisling dokumentiert in ihrer PFAS-Konformitätserklärung, welche Produkte aktuell PFAS enthalten und strebt an, sämtliche PFAS-haltigen Rezepturen zu ersetzen. Der Umstieg auf PFAS-freie Formulierungen ist Teil eines umfassenden Umweltmanagements und verbessert das CSR-Image, da so potenzielle Langzeitemissionen minimiert werden.
  • Wo setzt Kisling nachhaltige Klebstoffe ein? Unsere emissionsarmen Klebstoffe finden sich in zahlreichen Anwendungen: vom Automobilbau über E-Mobilität bis zur Elektronik. In der Auto- und Batterieproduktion erlauben sie hochfeste, leichte Bauweisen (z. B. Kleben statt Nieten in Karosserien). In der Elektromobilität werden Magnetklebstoffe und Gehäusedichtungen mit umweltoptimierten Systemen gesichert. Details zu Branchen und Produkten finden Sie in unseren Markt- und Produktübersichten sowie im Kisling Klebstoff-Wiki. Dort erfahren Sie auch mehr über die chemischen Grundlagen, Anwendungstipps und Sicherheitsdaten für vielfältige Klebstofftypen.

Fazit: Nachhaltige Klebstoffe sind mehr als ein Trend, sie sind ein wirkungsvoller Hebel zur CO₂-Reduktion in der Industrie. Durch niedrigere Verarbeitungstemperaturen, Material- und Gewichtseinsparung sowie den Verzicht auf gefährliche Stoffe senken sie nachweislich Energie- und Emissionsaufwand in der Fertigung. Als eines der wenigen Verbindungsmittel kombinieren Klebstoffe hohe Festigkeit mit minimaler Umweltbelastung, ein Schlüssel für klimafreundliche, zukunftssichere Produktion.

Kontakt & weiterführende Infos

Für individuelle Beratung zu nachhaltigen Klebstoffen steht Ihnen unser Expertenteam gern zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns direkt, unser Team berät Sie gerne zu klimafreundlichen Klebstofflösungen.